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Absauganlagen – Für saubere und sichere Arbeitsbereiche

Grundlagen der Absaugtechnik

Was ist eine Absauganlage? 

Bei der Arbeit mit Materialien, die Abfallstoffe produzieren, helfen Absauganlagen diese abzutransportieren und/oder abzuscheiden. Abfallstoffe können hierbei beispielsweise beim Versprühen von Klebstoffen entstehen. Hier kann es zu Overspray kommen, d.h. ein Materialnebel, der nicht am Werkstück ankommt. Absauganlagen erfassen diesen Materialnebel und können dazu beitragen, die Belastung durch potenziell gesundheitsschädliche Stoffe im Arbeitsbereich zu reduzieren. 

Betreiben und prüfen von Absauganlagen

  • Vor der Inbetriebnahme einer Absauganlage ist eine Prüfung der Explosionssicherheit durchzuführen (technische Prüfung & Ordnungsprüfung durch befähigte Personen)
  • Jährlich eine Funktionsprüfung
  • Alle 3 bzw. 6 Jahre ist eine technische bzw. technische + Organisationsprüfung durch eine befähigte Person durchzuführen

Die Prüfungen können wir jeweils anbieten. 

Normen, Gesetze und Informationen

Für den sicheren Betrieb und der Vermeidung von gesundheitlichen Risiken gibt es folgende Normen und Regeln: 

  • Maschinenrichtlinie 2006/42/EG
  • EN 16985:2019 Lackierkabinen für organische Beschichtungsstoffe - Sicherheitsanforderung
  • DGUV 209-046 Lackierräume und -einrichtungen für flüssige Beschichtungsstoffe; Bauliche Einrichtungen, Brand- und Explosionsschutz, Betrieb; Stand August 2016

Die von WALTHER PILOT angebotenen Absaugsysteme werden unter Berücksichtigung der jeweils relevanten Gesetze, Verordnungen, Normen und Richtlinien ausgelegt.

 

Absauganlagen mit Trockenabscheidung

Bei der Trockenabscheidung wird der Overspray gebunden und anschließend gefiltert. Dieser wird aus der Luft mit Hilfe von Filtermatten abgeschieden. Die Filtermatten sind mehrlagig ausgeführt, um eine hohe Aufnahmekapazität und eine lange Nutzungsdauer der Filter zu unterstützen.

Aufbau einer Absauganlage mit Trockenabscheidung

Vor- und Nachteile eines Trockenabscheiders gegenüber einem Nassabscheider

Vorteile

Nachteile

Unterschiedliche Ausführung der Abscheidefilter möglich

Verschleißteile (Folgekosten Filter)

Geringe Investitionskosten (günstiger als Nassabscheider)

Brandrisiko bei selbstentzündenden Lacksystemen

Einfaches Handling

Ggf. höhere Ausfallzeiten für Filterwechsel

Von geringen bis großen Overspraymengen einsetzbar

Wechselnde Absaugbedingungen durch verschmutzte Filter

ATEX-Ausführung Standard (Zone 2)

Einfachere und i.d.R. günstigere Entsorgung

Gut für Klebstoffe geeignet

Geringer Energieverbrauch

Keine Vorschriften gemäß 42. BlmSchV ("Legionellenverordnung)

Bei der Trockenabscheidung können abhängig von Anwendung und Betriebsbedingungen Betriebs- und Entsorgungskosten reduziert werden. Je nach eingesetztem Beschichtungsstoff und den jeweiligen lokalen Entsorgungsvorgaben können gebrauchte Filtermatten als “Restmüll” eingestuft und entsorgt werden (so ist die Entsorgung entsprechend günstig). 

Im Gegensatz zur Nassauswaschung wird bei der Trockenabscheidung kein Prozesswasser benötigt. Dadurch entfällt eine typische Ursache für Keim- und Schimmelbildung. Darüber hinaus kann sich die Geräuschentwicklung erheblich reduzieren. Ebenso verringert sich der Aufwand für Wasserwechsel und die Reinigung wasserführender Anlagenteile. Das Korrosionsrisiko an der Kabinenkonstruktion wird dabei ebenfalls reduziert.

 

Absaugsysteme mit Nassabscheidung

Das Wirkungsprinzip von Nassabscheidern besteht darin, die im Rohgasstrom dispergierten Partikel mit einer Waschflüssigkeit in Kontakt zu bringen, um sie darin zu binden und dann das entstehende Partikel-Flüssigkeits-Gemisch vom Luftstrom zu trennen. 

Nassabscheider eignen sich insbesondere für Anwendungen mit klebrigen oder leicht entzündlichen Farben und Aerosolen. 

Um eine Nassabscheidung effektiv zu gestalten, ist es notwendig, zwischen der Waschflüssigkeit und dem zu reinigenden Gas eine möglichst große Phasengrenzfläche als Kontaktfläche zu schaffen. 

 

Vor- und Nachteile eines Nassabscheiders gegenüber einem Trockenabscheider

Vorteile

Nachteile

Das Brandrisiko wird durch die Wasserbenetzung reduziert

Hohe Luftfeuchtigkeit in der Abluft (bedingt durch Umluft)

Kein Filterverschleiß (Filtermedium: Wasser)

Rostgefahr an Bauteilen des Nassabscheiders (Wasserwirbel muss zur Abscheidung erzeugt werden)

Staubanfall im Lackierbereich ist deutlich geringer

Aufschwemmen von Stäuben (z.B. Kunststoff) möglich

Filterung ist weitestgehend selbstreinigend

Geringerer Abscheidegrad zum Trockensystem (hohe Abscheidegrade erfordern viel Energie)

Keine Änderung der Absaugleistung durch zugesetzte Filter

Hoher Druckverlust

Das Verfahren unterstützt die Einhaltung der einschlägigen Vorgaben (z.B. TA Luft)

Verschleißteil von z.B. Düsen und Wasserpumpen

Bei Einsatz einer automatischen Lackschlammentsorgung sind auch sehr hohe Farbmengen problemlos verarbeitbar

Aufwand für Abwasserentsorgung und Schlammentsorgung

Selbstentzündende Lacksysteme können unter Einhaltung der geltenden Sicherheitsvorgaben sicher verarbeitet werden

Wegen möglicher Verkeimung muss entsprechende Chemie eingesetzt werden

Vorschriften gemäß 42. BlmSchV ("Legionellenverordnung") müssen eingehalten werden