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Signierfarben, Tinten und Medien in der industriellen Markierungstechnik

In der industriellen Markierungstechnik spielen die eingesetzten Medien eine zentrale Rolle. Anders als klassische Druck- oder Lackierfarben erfüllen sie nicht nur optische Aufgaben, sondern übernehmen zugleich Funktionen in der Prozesssteuerung, Qualitätssicherung und Bauteilidentifikation. 

Moderne Markiersysteme arbeiten daher mit funktionalen Prozessmedien, die gezielt auf Werkstücke aufgebracht werden, um: 

  • Qualitätszustände sichtbar zu machen
  • Produktionsprozesse zu steuern
  • Bauteile eindeutig zu identifizieren
  • nachgelagerte Arbeitsschritte vorzubereiten
  • Oberflächen gezielt zu behandeln

Signierfarben oder Signiertinten?

Die Wahl des richtigen Mediums hängt von Sichtbarkeit, Präzision und Prozessanforderungen ab.

Typisch ist dabei die Verarbeitung von Medien mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften - von dünnflüssigen Tinten bis hin zu hochviskosen Farben, Lacken oder Klebstoffen. 

Signierfarben - robust 
und gut sichtbar

Signierfarben und Signierlacke kommen überall dort zum Einsatz, wo eine gut erkennbare und dauerhafte haftende Markierung erforderlich ist. 

Typische Eigenschaften

  • hohe Deckkraft und gute Sichtbarkeit
  • prozessabhängige, oft schnelle Trocknung
  • zuverlässige Haftung auf schwierigen Oberflächen 
    (z.B. öligen, rauen oder heißen Materialien)
  • hohe Temperaturbeständigkeit je nach Ausführung 
  • geeignet für großflächige und fernlesbare Markierungen

Signiertinten - präzise 
und schnell trocknend

Tinten sind in der Regel dünnflüssiger und werden eingesetzt, wenn es auf hohe Präzision und Geschwindigkeit ankommt. 

Typische Eigenschaften

  • sehr gute Dosierbarkeit bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten
  • präzise Punkt- und Linienmarkierungen
  • schnelle Trocknung
  • häufig lösemittelbasiert (z.B. Alkohol, Aceton, MEK)
  • alternativ auch wasserbasierte Varianten
  • gute Haftung auf vielen industriellen Oberflächen

Varianten von Signierfarben

Je nach Anforderung werden unterschiedliche Farbtypen eingesetzt:

  • pigmentierte Standardfarben
  • fluoreszierende Farben für optische Erkennungsysteme
  • UV-aktive Markierfarben
  • entfernbare Markierlacke für temporäre Kennzeichnung
  • hochtemperaturbeständige Signierfarben
    • bis ca. 650 °C (glühfest)
    • bis 1000-1400 °C (Heißsignierung)

Varianten von Signiertinten

  • lösemittelhaltige Tinten
  • wasserbasierte Tinten
  • schnell trocknende Industrietinten
  • UV-reaktive Tinten
  • pigmentierte oder farbstoffbasierte Systeme

Typische Anwendungen

Signierfarben werden besonders in Bereichen genutzt, in denen hohe Sichtbarkeit und Belastbarkeit erforderlich sind:

Stahl- und Metallindustrie, insbesondere bei heißen Materialien

Holz- und Papierindustrie für Sortier- und Qualitätskennzeichnungen
 

Verpackung und Logistik zur Kennzeichnung und Prozesssteuerung

Typische Anwendungen

Tinten werden vor allem dort eingesetzt, wo feine und schnelle Markierungen erforderlich sind:
 

Elektroindustrie, z.B. bei Leiterplatten und Bauteilen

 

Maschinenbau, etwa für Seriennummern oder Codes

 

Verpackungsindustrie für Codierungen und Kennzeichnungen

Sondermedien in der Markiertechnik

Neben klassischen Makiermedien kommen in der industriellen Praxis auch funktionale Stoffe zum Einsatz, die zusätzliche Aufgaben übernehmen. 

Prozessmedien

Diese Medien unterstützen Produktionsabläufe oder bereiten Oberflächen gezielt vor: 

  • Primer (Haftvermittler)
  • Schutzlacke und Versiegelung
  • Trennmittel
  • Schmierstoffe
  • Öle und Fette

Funktionsmedien

Diese Materialien erfüllen aktive Funktionen innerhalb des Prozesses: 

  • Kleb- und Dichtstoffe
  • Harze für Verguss oder Schutz
  • Flussmittel in der Elektrofertigung

→ Damit wird die Markiertechnik direkt in den Fertigungsprozess integriert und übernimmt über die reine Kennzeichnung hinausgehende Aufgaben. 

Anforderungen an Markiermedien

Die Auswahl des passenden Mediums ist entscheidend für die Qualität und Prozesssicherheit der Markierung. 

Wichtige Anforderungen sind: 

  • zuverlässige Haftung auf anspruchsvollen Oberflächen (z.B. öligen, staubigen oder heißen Materialien)
  • abgestimmtes Trocknungsverhalten (schnell trocknend oder mit definierter Offenzeit)
  • gute Sichtbarkeit auf unterschiedlichen Materialien
  • Eignung für kamerabasierte Erkennungssysteme
  • sichere Einsetzbarkeit unter industriellen Bedingungen
  • Beständigkeit gegenüber UV-Strahlung und Witterungseinflüssen

Fazit

Signierfarben, Tinten und weitere Prozessmedien sind ein zentraler Bestandteil der industriellen Markierungstechnik. Sie bestimmen maßgeblich die Sichtbarkeit, Haltbarkeit und Funktion einer Markierung. 

Entscheidend ist das abgestimmte Zusammenspiel von: 

  • geeignetem Markiermedium
  • passender Applikationstechnik
  • und den jeweiligen Prozessanforderungen

Nur so lassen sich stabile, reproduzierbare und prozesssichere Ergebnisse erzielen. 

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