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Zoneneinteilung im Explosionsschutz

Die Zoneneinteilung im Explosionsschutz ist eine wichtige Grundlage für den sicheren Einsatz von Geräten in explosionsgefährdeten Bereichen. In dieser Übersicht werden die wichtigsten Fragen zu ATEX-Zonen, den gesetzlichen ATEX-Richtlinien sowie der technischen Basis beantwortet.

Die Antworten auf die wichtigsten Fragen im Explosionsschutz

Was versteht man unter ATEX und welche Richtlinien gibt es?

ATEX bezeichnet die europäischen Vorschriften für Geräte und Schutzsysteme, die in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden. Ziel ist es, mögliche Zündquellen zu vermeiden und ein hohes Maß an Sicherheit für Menschen und Anlagen zu gewährleisten. Die Zoneneinteilung klassifiziert explosionsgefährdete Bereiche danach, wie häufig und wie lange eine explosionsfähige Atmosphäre auftreten kann. Sie bildet die Grundlage für die Auswahl geeigneter Geräte und Schutzsysteme. Die zentrale Rechtsgrundlage für Hersteller ist die Richtlinie 2014/34/EU (ATEX). Sie legt die grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen für Geräte und Schutzsysteme fest, die in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden. Die technische Umsetzung erfolgt anhand harmonisierter europäischer Normen, welche Anforderungen an Konstruktion, Prüfung, Kennzeichnung und Dokumentation von ATEX-Produkten definieren.

Was ist eine explosionsfähige Zone und wie werden die Zonen eingeteilt?

Explosionsgefährdete Zonen sind Bereiche, in denen eine explosionsfähige Atmosphäre aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln auftreten kann. Die Einteilung erfolgt nach der Häufigkeit und Dauer des Auftretens dieser explosionsfähigen Atmosphäre.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Zone 0, 1, 2?

Zone 0
In Zone 0 ist eine explosionsfähige Atmosphäre ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden. Daher gelten hier die höchsten Anforderungen an die eingesetzten Geräte. 
Am Beispiel dieser Grafik: Die Zone 0 befindet sich typischerweise nur innerhalb von Behältern oder ähnlichem.

Zone 1
In Zone 1 kann im Normalbetrieb gelegentlich eine explosionsfähige Atmosphäre auftreten. Die Anforderungen an die eingesetzten Geräte sind entsprechend hoch.

Zone 2
In Zone 2 tritt eine explosionsfähige Atmosphäre im Normalbetrieb normalerweise nicht oder nur selten und dann nur kurzzeitig auf. Hier gelten die geringsten Anforderungen innerhalb der Gaszonen.

Welche Geräte und Kategorien sind für ATEX-Zonen zugelassen?

Die Zuordnung von Geräten zu den einzelnen ATEX-Zonen erfolgt anhand der Gerätekategorie nach ATEX 2014/34/EU sowie des entsprechenden Equipment Protection Level (EPL)

Für Bereiche der Zone 0 dürfen ausschließlich Geräte der Kategorie 1G mit dem Schutzniveau Ga eingesetzt werden.
In Zone 1 sind Geräte der Kategorie 1G (Ga) und Kategorie 2G (Gb) zulässig.
In Zone 2 können Geräte der Kategorie 1G (Ga), Kategorie 2G (Gb) sowie Kategorie 3G (Gc) eingesetzt werden.

Grundsätzlich gilt: Je höher die Gefährdung einer Zone, desto höher sind die Anforderungen an den Schutz gegen wirksame Zündquellen und damit an die eingesetzten Geräte.

EPL IEC 60067-0

Gerätekategorie 2014/34/EU

Zonen

Ex-Atmosphäre

Vermeidung von wirksamen Zündquellen

Gc

3G

2

selten/kurzzeitig

im Normalbetrieb

Gb

2G

1, 2

gelegentlich

auch bei normalen Fehlfunkionen

Ga

1G

0, 1, 2

ständig oder häufig

auch bei seltenen Fehlfunktionen

Wie liest man eine ATEX-Kennzeichnung?

Die ATEX-Kennzeichnung gibt Auskunft darüber, für welche explosionsgefährdeten Bereiche ein Gerät zugelassen ist und welche Schutzmaßnahmen gegen wirksame Zündquellen getroffen wurden.

Die Kennzeichnung II 2G Ex h IIC T4 Gb wird wie folgt gelesen:

  • II kennzeichnet die Gerätegruppe und bedeutet, dass das Gerät für den Einsatz in allen explosionsgefährdeten Bereichen außerhalb des Bergbaus bestimmt ist.
  • 2G bezeichnet die Gerätekategorie für Bereiche, in denen gelegentlich eine explosionsfähige Atmosphäre aus Gasen, Dämpfen oder Nebeln auftreten kann. Geräte der Kategorie 2G sind für den Einsatz in Zone 1 geeignet.
  • Ex kennzeichnet ein Gerät für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen nach den Anforderungen der einschlägigen Explosionsschutznormen.
  • h beschreibt die Zündschutzart für nicht-elektrische Geräte nach den Normen EN ISO 80079-36 und EN ISO 80079-37. Die Zündsicherheit wird durch geeignete konstruktive Maßnahmen zum Schutz vor wirksamen Zündquellen erreicht.
  • IIC bezeichnet die Gasgruppe mit den höchsten Anforderungen innerhalb der Gerätegruppe II. Typische Stoffe dieser Gruppe sind Wasserstoff und Acetylen. Geräte für die Gasgruppe IIC dürfen in der Regel auch in den Gasgruppen IIA und IIB eingesetzt werden.
  • T4 kennzeichnet die Temperaturklasse. Die maximale Oberflächentemperatur des Gerätes beträgt 135 °C.
  • Gb ist das Equipment Protection Level (EPL). Es bestätigt ein hohes Schutzniveau und erlaubt den Einsatz des Gerätes in Zone 1 und Zone 2
ATEX-Kennzeichnung einfach erklärt (PDF)

Welche Zündschutzarten gibt es?

Zündschutzarten sind technische Maßnahmen, die verhindern sollen, dass Zündquellen in explosionsgefährdeten Bereichen wirksam werden. Dabei wird zwischen mechanischen und elektrischen unterschieden. Mechanische Zündschutzarten richten sich nach der DIN EN ISO 80079-36/-37. Die wichtigste Kennzeichnung ist die Grundkennzeichnung h, die die Zündschutzarten „c“ für konstruktive Sicherheit, „b“ für die Zündquellenüberwachung und „k“ für die Flüssigkeitskapselung beinhaltet. Elektrische Zündschutzarten richten sich nach der EN 60079. Für Gase gibt es da verschiedene Schutzprinzipien: e ist die erhöhte Sicherheit; d steht für druckbeständig; ia, ib, ic für die Eigensicherheit; ma, mb, mc für die Vergusskapselung; o für die Ölkapselung; pv, px, py, pz für eine druckfeste Kapselung und q für die Sandkapselung.

Welche Gasgruppen gibt es und was bedeutet IIA, IIB und IIC?

Es gibt 3 Gasgruppen. Gruppe I kann im Bergbau gefunden werden und ein typisches Gas ist Methan. Gruppe II kann in anderen Tätigkeiten gefunden werden und unterscheidet sich in IIA, IIB und IIC

  • IIA kann bei geringen Gefährdungen eingesetzt werden. 
    → Ein typisches Gas ist Propan
     
  • IIB kann bei mittleren Gefährdungen eingesetzt werden. 
    → Ein typisches Gas ist Ethylen
     
  • IIC kann bei höheren Gefährdungen eingesetzt werden. 
    → Ein typisches Gas ist Wasserstoff

Gruppe III
Geräte für staubexplosionsgefährdete Bereiche.

Was sind die Temperaturklassen (T1-T6) und warum sind sie wichtig?

Die Temperaturklasse gibt die maximal zulässige Oberflächentemperatur eines Gerätes im Betrieb an. Sie stellt sicher, dass die Oberflächentemperatur des Gerätes stets unter der Zündtemperatur der vorhandenen explosionsfähigen Atmosphäre bleibt. 
Je niedriger die zulässige Temperatur eines Stoffes ist, desto höher sind die Anforderungen an das eingesetzte Gerät.

Die Temperaturklassen werden in sechs Stufen unterteilt:

T1: max. 450 °C
T2: max. 300 °C
T3: max. 200 °C
T4: max. 135 °C
T5: max. 100 °C
T6: max. 85 °C

Die Temperaturklassen T1 bis T6 gelten nur für Gase, Dämpfe und Nebel (Gerätegruppe II).

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Die Kennzeichnung “Ex” zeigt, dass ein Gerät in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden kann und den Anforderungen der entsprechenden Explosionsschutz-Richtlinie erfüllt.

Eine ATEX-Zone beschreibt die Bereiche, in denen eine explosionsfähige Atmosphäre aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln auftreten kann. Die Einteilung erfolgt nach der Häufigkeit und Dauer des Auftretens dieser explosionsfähigen Atmosphäre. 

Die Zonen werden im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung anhand der der vorhandenen Gase, Dämpfe, Nebeln und Stäube eingeteilt und der Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer explosionsfähigen Atmosphäre eingeteilt. Typische Zonen sind 0, 1 und 2. 

Die Kennzeichnung zeigt, dass das Gerät für den Einsatz außerhalb des Bergbaus geeignet ist (Gerätegruppe "II"). Die Gerätekategorie “2G” sagt aus, dass das Gerät in Bereichen, in denen gelegentlich eine explosionsfähige Atmosphäre auftritt, eingesetzt werden kann. “Ex” kennzeichnet ein Gerät für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen nach den Anforderungen der einschlägigen Explosionsschutznormen.  “h” beschreibt die Zündschutzart für nicht-elektrische Geräte nach den gängigen Normen. “IIC” bezeichnet die Gasgruppe mit den höchsten Anforderungen innerhalb der Gerätegruppe II. Typische Stoffe dieser Gruppe sind Wasserstoff und Acetylen. “T4” kennzeichnet die Temperaturklasse mit einer maximalen Oberflächentemperatur des Gerätes von 135°C. “Gb” ist das Equipment Protection Level, welches ein hohes Sicherheitsniveau bestätigt.

Zone 0: explosionsfähige Atmosphäre ist ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden

Zone 1: explosionsfähige Atmosphäre kann im Normalbetrieb gelegentlich auftreten

Zone 2: explosionsfähige Atmosphäre tritt im Normalbetrieb normalerweise nicht oder nur selten und dann kurzzeitig auf

Das Equipment Protection Level (EPL) beschreibt das Schutzniveau des Gerätes:

Ga: sehr hohes Schutzniveau, geeignet für Zone 0, 1, 2

Gb: hohes Schutzniveau, geeignet für Zone 1, 2

Gc: erweitertes Schutzniveau, geeignet für Zone 2

Die Temperaturklasse gibt die maximal zulässige Oberflächentemperatur eines Gerätes im Betrieb an. Das Gerät darf an seiner Oberfläche niemals heißer werden als die zulässige Temperaturklasse vorgibt. Je niedriger die zulässige Temperatur eines Stoffes ist, desto höher sind die Anforderungen an das eingesetzte Gerät.

Für Zone 1 sind Geräte der Kategorie 1G (EPL Ga) und Kategorie 2G (EPL Gb) zugelassen.